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  • Auswüchse bei Modernisierungsmaßnahmen – dank Mietpreisbremse

    Der Leidensweg der Mieter ist lang und wird noch länger werden. An der Radelandstraße in Spandau werden jetzt Modernisierungsmaßnahmen alter BIMA Bestände durchgeführt, durch die Immobiliengesellschaft DCS aus der Casper-Theyß-Str. 19. Wie Sie den folgenden fotografischen Darstellungen entnehmen können, sind seit vielen Monaten die Arbeiten in Gang gesetzt worden. Die Mieter haben sich teils Ersatzquartiere selbst besorgen müssen oder sie kehren nach Bauende abends in ihre Wohnungen zurück. Die Möbel sind zum Teil, wie die Couchgarnitur zeigt, nicht abgedeckt worden und dürften nach der Baumaßnahme nicht mehr nutzbar sein. Schon im Vorbeigehen an den Häusern ist der Dreck durch Fassadenarbeiten, Stemmarbeiten im Treppenhaus und verschiedene andere Baumaßnahmen deutlich spürbar, zum Teil mit Atemnot durch Staubverwirbelungen verbunden. Die persönlichen Gegenstände der Mieter liegen offen herum. Die Bauarbeiter gehen ein und aus in die geöffneten Wohnungen und auch Unbefugten ist durchaus der Zutritt möglich.

    Verpackung nach dem Zufallsprinzip

    Zweifel entstehen auch, ob die Durchführungen der Maßnahmen nach der Verdingungsordnung für das Bauwesen (VOB) fachgerecht durchgeführt werden. Die Dämmplatten an der Fassade lassen schon allein in der zurzeit vom Baufortschritt getragenen Formation Zweifel aufkommen. Es entsteht der Eindruck, dass die Mieter nicht ausreichend über Beeinträchtigungen für ihr persönliches Wohnen für die Baumaßnahmen informiert wurden.

    Auf völliges Unverständnis stößt bei uns Verbraucherschützern, dass die Mieter bei einer kompletten Aufstockung des Gebäudes nicht darüber informiert wurden, dass ihre Möbel hätten in Sicherheit gebracht werden müssen und selbstverständlich hätte eine adäquate Ersatzwohnung oder geeignete Unterbringung zur Verfügung gestellt werden müssen. Diese Vorgehensweise ist unerklärlich, steht aber, wie wir aus anderen Fällen wissen, im Zusammenhang mit der Mietpreisbremse, die man mit entsprechenden Modernisierungsmaßnahmen so aushebeln kann, sodass die Sperre für Mieterhöhungen, die der Gesetzgeber eigentlich einbauen wollte, umgangen wird.

    Wir fordern Sie als Journalisten auf, sich morgen um 10 Uhr vor Ort selbst ein Bild zu machen, in der Kisselnallee 3, wenn eine Familie mit zwei Kindern eine Wohnung übernehmen soll, die völlig verdreckt ist und jedenfalls heute um 13 Uhr noch unbewohnbar war.

    Dies ist ein skandalöser Vorgang, der sich in allen Stadtteilen Berlins wiederholt, ohne dass zuständige Vereine und Verbände dagegen opponieren.

    In diesem Zusammenhang sei auch erwähnt, dass ein Mietenvolksentscheid bei allen positiven Gesichtspunkten hieran auch nichts ändern würde und wie wir aus einem Gerichtsurteil entnehmen konnten, hat jetzt das AG Charlottenburg den Berliner Mietspiegel in Zweifel gezogen. Auch wenn wir eine ganz andere Begründung dafür haben, dieser Berliner Mietspiegel, der letzte von 2013, ist ein Instrument für die Vermieter und Eigentümer an die Hand gegeben, um preiswerten Wohnraum, der zum Teil fast 100 Jahre alt ist und sich in einem jammernswerten Zustand befindet, auf ein Mietniveau durch den Eigentümer hochzuschrauben, als wären es geradezu Luxuswohnungen. Unser Verein wird sich an keinem Berliner Mietspiegel beteiligen, da er zutiefst ungerecht ist und die Spirale der Preissteigerung Vorschub leistet bzw. in Gang setzt. Der gesamte Immobilienbestand in Deutschland ist für die Eigentümer, ausländischen Heuschrecken, deutschen Banken und der gesamten Finanzwelt nichts weiter wie eine Gelddruckmaschine.

    Der geldgierigen Oberschicht widmen wir das Zitat von John Kenneth Galbraith: „Das endlose Wachstum materiellen Wohlstandes, von dem wir uns die Lösung aller Probleme erhoffen, ist selbst zum Hauptproblem geworden.“

    !!! Bilder können aus Technischen Gründen nicht angezeigt werden. !!!