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  • Mieter als Opfer beim Mietbetrug

    Mehr als 5 Jahre sind nun seit der ersten Flüchtlingswelle, die Europa und somit auch uns vor neuen Herausforderungen gestellt hat, vergangen. Die größte Frage war sicher die nach der Unterkunft. Millionen Flüchtlinge konnten anfangs in Wohnheimen oder auch Hotels untergebracht werden, andere warteten in Zeltlagern auf einen Wohnplatz.
    Die Frage nach der Unterbringung der Flüchtlinge scheint nun gelöst, was sich allerdings auf dem Wohnungsmarkt zu einer Situation zugespitzt hat, auf dem sich öfter eine Art Unterhändler bei der Wohnungssuche einschalten. Dies tun sie bevorzugt bei unwissenden Migranten und verlangen dabei in bar eine Provision, die mehrere Tausend Euro beträgt. In harten Fällen gibt es die angebotene Wohnung gar nicht und die Migranten müssen nach dem Verlust weitersuchen. Viele Migranten erzählen, dass sie ihren (Erb)Schmuck verkauft haben, um die Provision zahlen zu können. Eine Quittung bei Bezahlung der Provision gibt es nicht. Gezahlt wird in bar auf die Hand in der zu vermietenden Wohnung, auf der Straße oder beim Juwelier durch Schmuckaustausch, der in einem Fall auch der Vermieter war. Wir haben die haarsträubendsten Geschichten gehört, die einen teilweise korrupten Wohnungsmarkt in Berlin offenbaren. Der Wohnungsmangel ist so stark gestiegen, dass Mietern einer zu sanierenden Wohnung kaum noch eine Ersatzwohnung angeboten werden kann, aber gegen ein paar Tausend Euro scheint es speziell bei den kleineren Hausverwaltungen und privaten Vermietern sofort eine Wohnung zu geben, was auch heimische Bürger erfahren müssen.
    Im jüngsten Fall haben wir ein junges Flüchtlingspaar mit Kleinkind betreut, das als Untermieter von einer Frau eine Wohnung vermietet bekommen hat. Diese Frau hat sich als Vertreterin einer Hausverwaltung ausgegeben, die mit ihrer Webseite einen seriösen und edlen Internetauftritt hat. Laut Aussage des jungen Paares mussten sie 4.500 € in bar zahlen und erhielten keinen Beleg. Bei der Überprüfung der Miete auf Mietwucher deckten wir den Betrug auf, was dazu führte, dass die eigentliche Hausverwaltung den Mietvertrag mit dem Hauptmieter wegen Vertragsverletzung fristlos kündigte. Anfangs hieß es, dass das Paar die Wohnung als Hauptmieter übernehmen könne. Doch dies wurde nach Rücksprache mit dem eigentlichen Auftraggeber negiert, da die Wohnung unrechtmäßig überlassen wurde, und nun besteht die Hausverwaltung auf die Rückgabe der Wohnung, wodurch das junge Paar mit Kleinkind schutzlos der Obdachlosigkeit ausgeliefert wird. Diese Nachricht erreichte uns am 28.12.2020. Rechtlich gesehen steht das Gesetz auf der Seite des Eigentümers und die Untermieter müssten unverzüglich die Wohnung zum genannten Termin räumen, woraufhin sie, wenn sie „Glück“ haben, in ein Obdachlosenheim kommen würden. Dieses Schicksal teilen sie mit vielen anderen, die unwissend zu Opfern einer unrechtmäßigen Untervermietung wurden. Momentan konnten wir die Zwangsräumung hinausschieben, da sich die Familie nachweislich um eine neue Wohnung bemüht. Bei den geringen Erfolgsaussichten geht jedoch die Geduld der Hausverwaltung nun zur Neige.
    Wir haben viele Fälle, in denen Mietern unverschuldet Obdachlosigkeit droht oder die wegen fehlender Unterstützung obdachlos werden, weil in den Gesetzen kein Raum für aktuelle soziale Ungerechtigkeiten ist. In den immer schwieriger werdenden Zeiten kann es jeden von uns treffen. Aus diesen Gründen ist unsere Geschäftsstelle auch in schwierigen Zeiten immer geöffnet.