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  • Mieterversammlung in der Pulvermühlensiedlung in Haselhorst

    Mehr als 150 Mieter trafen sich in dem Jugendkulturzentrum „Haveleck“ am Pulvermühlen­weg, Haselhorst. Der Organisator Herr Bielitz war überrascht, ebenso die Mitarbeiter des Spandauer Mieterverein für Verbraucherschutz e. V., dass derartig viele Mieter, ca. 20 % der Siedlung, zusammen kamen. Dafür gibt es aber auch gute Gründe, denn
    während der abzuhandelnden Tagesordnung berichteten die Mieter über unglaubliche Zustände in einer Siedlung, die knapp 20 Jahre alt ist. Einerseits wurde geklagt über die Lärmbelästigung durch Flugzeuge und andere Faktoren in der Siedlung, die sicherlich aber gelöst werden könnten. Dramatisch wurde es bei der Schilderung über die völlig maroden
    Fensterelemente, zum Teil durch Feuchtigskeits­befall mit anschließender Schimmelbildung, wodurch Folgeschäden entstanden sind, an Wänden und im Fußbodenbereich. Parkett fängt an, sich zu verwer­fen und Fäulnisbildung stellt sich ein. Erhebliche Wassereinbrüche in der Tiefgarage machen den Mietern zu schaffen. Die Nutzer haben zum Teil Anwälte eingeschaltet und auch andere Interessenvertreter, die allerdings in den letzten Jah­ren nichts bewirken konnten. Es wurden auch die Betriebs- und Heizkostenabrechnun­gen erörtert, wobei viele über hohe Kosten klagten und auch Nachzahlbeträge in Höhe von 1.200 € zustande gekommen sind. Dass viele Mieter entweder sich ihrem Schicksal ergeben oder wie andere sich äußerten, einfach weg ziehen, hängt mit der für Mieter nachteiligen Gesetzeslage zusammen und dem Wis­sen, dass in gerichtlichen Auseinandersetzungen die Mieter in den meisten Fällen unterliegen, über den Grund dafür wollen wir hier nicht spekulieren, aber es ist schon auf­fällig. Dass die verantwortliche Wohnungsbaugesellschaft GSW nach dem Zufallsprin­zip oder Losentscheid dem einen oder anderen Mieter die Mängel beseitigt, den meisten aber nicht einmal antwortet, mag auch mit den enormen Kosten zusam­men hängen. Allerdings verwundert dann schon, dass die Mitarbeiter der GSW vor kurzem neue Firmenwagen der Marke AUDI erhalten haben, die bisherigen Smarts hätten es auch getan. Nicht nur in dieser Siedlung, sondern auch anderswo, haben wir schlimme Zustände in den Wohnsiedlungen und trotzdem erhöhen die Wohnungsbau­unternehmen die Mieten dramatisch, besonders bei Neuvermietung, in Ein­zelfällen bis zu 40 % und deutlich darüber. Die neue Mietrechtsreform, am 11. März 2013 beschlossen, ist ab 1. Mai 2013 in Kraft getreten. Hierbei handelt es sich ausschließlich um nachteilige Bestimmungen für die Mieter. Dabei geht es um Modernisie­rung, Wärmeversorgung, Kautionen, Wohnungsräumung,
    bzw. die Inbesitz­nahme der Wohnung durch die Vermieter zur Verwertung von Hab und Gut der Bewohner. Also der Gesetzgeber, eigentlich die politisch Verantwortlichen, haben sich hier nicht mit Ruhm bekleckert. Dass auch selbst ernannte Mietexperten anderer Organisationen am neuen Mietspiegel mitgewirkt haben, zeigt die wahre Interessenlage derer und ihre daraus resultierenden Verkündungen. Die letzten Verlautbarun­gen zum Thema Wohnungspolitik sind geradezu alarmierend und erschre­ckend für alle Mieter, die mit jedem Cent rechnen müssen. Vielleicht kann man den Besitzenden ein Zitat entgegen rufen von Talmud-Gittin
    „Der Besitz: mä­ßig ist erträglich, übermäßig – schädlich.“
    Rückfragen: 0170 / 272 89 77